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Neuigkeiten aus dem GrundTreff

02.11.2021

Hörtheatrale beeindruckt Wittelsberger Publikum

Gespenstischer Abend im GrundTreff

Die Hörtheatrale Marburg bot am vergangenen Freitag (29. Oktober) im GrundTreff in Wittelsberg vor ausverkauftem Haus ein mitreißendes Live-Hörspiel des Sherlock-Holmes-Klassikers „Der Hund von Baskerville“. Das Publikum verfolgte beeindruckt, wie vier Schauspieler den Figuren des Stücks ihre ganz individuellen Charaktere verliehen. Gruseln und Lachen wechselten sich ab.

Mithilfe von Nebel, Sound- und Lichteffekten verwandelte sich das Forum im GrundTreff in eine gespenstische Nacht des Jahres 1902 im Dartmoor, England. Die Schauspieler Christine Reinhardt, Daniel Sempf, Stefan Gille und Michael Köckritz nahmen die Zuschauer mithilfe von subtiler Schauspielkunst mit auf die Reise zum Landsitz der Baskervilles. Sir Henry Baskerville ist vom Tode bedroht durch eine hundeähnliche Bestie, die schon seine Vorfahren durchs Moor gehetzt haben soll. Sherlock Holmes und Dr. Watson ermitteln, um den letzten lebenden Baskerville vor diesem Schicksal zu retten.

Durch die Kraft ihrer Stimmen und Mithilfe von ganz wenigen, geschickt eingesetzten Requisiten wie Brille oder Hut stellten die Schauspieler die insgesamt 18 Figuren des Stücks dar. Die Zuhörer waren am meisten beeindruckt, wenn es in den Szenen einen schnellen Wechsel zwischen den Figuren gab. So faszinierte Michael Köckritz im Dialog mit sich selbst, als er in einer Szene zum einen den freundlichen Sir Henry Baskerville mit amerikanischem Akzent gab, und zum anderen Sir Henrys Widersacher, den charismatischen Botaniker Jack Stapleton. Lacher waren ihm immer dann garantiert, wenn er ausdauernd kläffend Dr. Mortimers Spaniel Luna gab. Man hätte glauben können, es wäre tatsächlich ein Hund im Saal.

Stefan Gille als überzeugender Sherlock Holmes wechselte fließend zwischen den Rollen des abgebrühten und unnahbaren Detektivs und des anbiedernd näselnden Butlers John Barrymore, obwohl die Charaktere nicht unterschiedlicher hätten sein können. Christine Reinhardt hatte neben der nervös wimmernden Hausdienerin Eliza Barrymore noch zwei weitere Frauenrollen im Repertoire, außerdem den Arzt James Mortimer und einen frechen Botenjungen. Von der Dienerin mit Strohhut hin zum Rotzlöffel mit Kappe gelangen ihre Wechsel so schnell und spielerisch, dass die Zuhörer nur staunen konnten.

Daniel Sempf gab einen nahbaren und sympathischen Dr. John Watson, immer hilfreich und vermittelnd zwischen den Figuren des Stücks. Zudem war er, so wie in den Holmes-Erzählungen üblich, der unverzichtbare Sprecher. Immer wenn es dunkel wurde im Saal, führte Watson durch ein erzählerisches Stück zur nächsten Szene. So blieb die Handlung leicht und nachvollziehbar für die Zuhörer.

„Der Hund von Baskerville“ ist ein Klassiker im Programm der Hörtheatrale, die sonst in Marburg im Lomonossow-Keller spielt. Eine Förderung des Kultusministeriums hatte es für den GrundTreff erschwinglich gemacht, das Ensemble nach Wittelsberg zu holen. Mehr als 70 Zuhörer verfolgten das Stück und applaudierten zum Schluss langanhaltend.

„Das war nach so langer Corona-Pause wirklich eine erfrischende und sehr spannende Vorstellung“, freute sich Besucher Kamuran Demir (40) aus Rauischholzhausen. Simon Feuer, mit 13 Jahren der jüngste Gast des Live-Hörspiels, war beeindruckt von der schauspielerischen Leistung, „dass nur mithilfe von Mini-Requisiten wie Pfeife und Hut gleich eine neue Figur entsteht“.

GrundTreff-Geschäftsführerin Carina Becker-Werner freute sich darüber, dass die erste größere Veranstaltung nach mehr als einem Jahr Pause direkt zu einem Publikumserfolg geworden war. Die Karten waren schon im Vorfeld ausverkauft. „Wir hoffen sehr, dass wir die Hörtheatrale im kommenden Jahr wieder begrüßen dürfen und dass das Kultusministerium diese Landpartien weiterhin fördert, denn so können wir hochkarätige Kulturveranstaltungen in den ländlichen Raum holen, der dadurch sehr aufgewertet wird.“

Infos über das Programm des GrundTreffs gibt es im Internet unter www.grundtreff.de



Michael Köckritz (von rechts) als Jack Stapleton im Dialog mit Daniel Sempf als Dr. John Watson. Im Hintergrund Stefan Gille (Sherlock Holmes) und Christine Reinhardt (Dr. Mortimer).

Fotos: Gemeinde Ebsdorfergrund / Carina Becker-Werner



Christine Reinhardt (von links) als Dr. James Mortimer und Stefan Gille als Sherlock Holmes verfolgen gespannt, wie Daniel Sempf als Dr. John Watson einen Spazierstock auf Hinweise untersucht.

 


Senioren sind gegen Betrüger gewappnet

Kriminalpolizeilicher Berater Jan-Oliver Karo legte im Grundtreff die Tricks von Verbrechern offen

Die Besucher der Enkeltrick-Info-Veranstaltung, die am Mittwoch, 20. Oktober 2021, in den Grundtreff nach Wittelsberg kamen, gehen so schnell keinem Betrüger mehr auf den Leim. Mit dem Kriminalpolizeilichen Berater Jan-Oliver Karo spürten 25 Männer und Frauen den Maschen nach, mit denen Ganoven gutgläubige Menschen um Geld und Wertsachen bringen.

Jan-Oliver Karo gelang es schnell, eine lockere Atmosphäre zu schaffen und seine Zuhörer mitzunehmen. Wenngleich es sich um ein heikles und oftmals schambesetztes Thema handelte, tauten die überwiegend älteren Teilnehmer schnell auf und gaben eigene Erlebnisse preis. Von einem Autodiebstahl wurde berichtet, von der angeblich schwangeren Frau, die an der Haustür um ein Glas Wasser bittet und dann die Handtasche aus dem Flur mitnimmt, vom Geldbeutel-Diebstahl im Supermarkt und von vielen Terror-Anrufen, mit denen Betrüger-Banden die Menschen quälen und um ihren häuslichen Frieden bringen würden. Karo machte ganz klar: „Wenn Ihre Nummer erstmal bekannt ist bei Betrügern und Sie 30 oder gar 40 Mal am Tag von einem Telefoncomputer angerufen werden, dann hilft nur noch: Anschluss kündigen und eine neue Nummer beantragen.“

Viertstellige Nummern führen Betrüger zu ihren Opfern

Doch soweit müsse es nicht kommen. „Nicht leichtfertigt die Haustür öffnen, gar nicht erst am Telefon in ein Gespräch verwickeln lassen und vor allen niemals persönliche Informationen gegenüber Fremden preisgeben“, legte Karo den Schwerpunkt auf die Prävention. „Und scheuen Sie sich niemals, die 110 zu wählen.“  Diese Nummer sei zwar dem Notfall vorbehalten, dürfe aber auch von verunsicherten Bürgern, die eine Straftat befürchteten, jederzeit gewählt werden – gerade von den älteren Mitmenschen, die eine einfache Rufnummer bräuchten.

Problematisch sei, dass die Menschen sich noch vor wenigen Jahren ganz selbstverständlich in Telefonbücher eintragen ließen. Mit Telefonnummern und den dazugehörigen Vor- sowie Nachnamen, möglicherweise noch mit Angaben zum Beruf sowie den Möglichkeiten des Internets ließen sich ganze Leben rekonstruieren. Betrüger bauten am Telefon auf Basis dieser Infos ihre Legenden auf. „Sie hören kurz zu und schon kommen Sie aus der Geschichte nicht mehr raus“, mahnte Karo, sich gar nicht erst auf Telefongespräche mit Fremden einzulassen. „Einfach auflegen.“

Die so genannten Enkeltrick-Betrüger wüssten schon anhand der aus früheren Zeiten stammenden vierstelligen Telefonnummern und aufgrund von Vornamen, die älteren Männern und Frauen zugeordnet werden könnten, dass es sich um potenzielle Opfer handele, die man mit perfiden Schauergeschichten aus der Reserve locken könne. „Da kann es sich um die Enkeltochter handeln, die angeblich betrunken jemanden totgefahren hat und nun bei der Polizei festsitzt oder um den Enkelsohn, der im Krankenhaus liegt und eine lebensnotwenige Behandlung benötigt, aber dazu muss erst eine Barzahlung erfolgen.“ 

Grundtreff will Infoveranstaltung wiederholen

Der Berater legte seinen Zuhörer nahe, sich auf nahestehende Menschen zu verlassen, mit Familienangehörigen Rücksprache zu halten und auch Bankangestellten zu vertrauen, wenn diese sich weigerten, eine Geschichte zu glauben und Geld herauszugeben.

Zuhörer Helmut Vahl regte an, sich schon in jüngeren Jahren bei noch guter geistiger Fitness nützlich Abwehrreaktionen anzutrainieren. Bei ihm daheim in Cölbe liefen alle Anrufe zunächst auf den Anrufbeantworter, „es sei denn, die Nummer ist uns bekannt und wir haben sie abgespeichert.“

Der Grundtreff hatte die Veranstaltung auf eine Anregung aus der Bevölkerung organisiert. „Sich sicher zu fühlen trägt zu hohen Lebensqualität vor Ort bei, die wir als Gemeinde Ebsdorfergrund stärken wollen“, sagte Carina Becker-Werner, Geschäftsführerin des Wittelsberger Begegnungszentrums. Die Veranstaltung mit Jan-Oliver Karo solle im Grundtreff zum wiederkehrenden Element werden.

Während der Veranstaltung machte ein Team des Hessischen Rundfunks Aufnahmen fürs Fernsehen. Der Beitrag aus dem Grundtreff war am vergangenen Samstag in der Hessenschau zu sehen und kann in der Mediathek abgerufen werden unter dem Titel „Neue Enkeltrickwelle in Hessen“ (Link: https://www.hessenschau.de/tv-sendung/neue-enkeltrick-welle-in-hessen,video-161238.html)


Im Wintergarten des Grundtreffs in Wittelsberg informierten sich die Zuhörer über Betrugsmaschen. Im Hintergrund: Fürs Hessenfernsehen filmte Ralf Wirth.



Eine wichtige Schutzredaktion ist das gesunde Misstrauen. Dieser Pappaufsteller der Polizei kann am Telefon seinen Platz finden als ständige Erinnerung daran, dass Betrüger auf diesem Weg oftmals gerade ältere Menschen um den Finger wickeln.

Fotos: Gemeinde Ebsdorfergrund / Carina Becker-Werner

Der Kriminalpolizeiliche Berater für Marburg-Biedenkopf, Jan-Oliver Karo, setzt auf Aufklärung. Er schützt Senioren durch Information davor, Opfer von Betrügern zu werden.





Ein Wort-Schatz wird verewigt

Im GrundTreff entstand ein Buch zum heimischen Platt

Dialekte sterben aus, zumindest der in unserer Region. Ihn vor dem Vergessen zu bewahren, ist wichtig, das meint auch Bürgermeister Andreas Schulz. Er betonte bei der Präsentation des Buches „Mer schwätze platt“: „Das ist ein Schatz, der verewigt wurde“. Frisch aus der Druckpresse wurde das Buch am Freitag, dem 17. Juni auf der GrundTreff Terrasse in Wittelsberg der Öffentlichkeit vorgestellt. Anwesend waren knapp zwanzig Mitwirkende. Dies sind die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung Erzählcafé „Mer schwätze platt“, die seit Eröffnung des GrundTreffs regelmäßig stattfindet. Fast vier Dutzend Frauen und Männer haben in wechselnder Teilnahme unter der Regie des Wittelsbergers Hans-Werner Sauer seit dem ersten Treffen am 11.03.2016 bis Ende 2019 fast vergessene Wörter aus dem heimischen Dialekt gesammelt. Sauer hat diese dann nach Themen unterteilt, die im Buch wiederum in alphabetischer Abfolge erscheinen. So kann man etwa nach Begriffen zum Thema Essen, Landwirtschaft oder Tracht suchen. Insgesamt sind es 56 Inhaltselemente, die 60 Seiten füllen. Die Wörter wurden zudem ins Hochdeutsche übersetzt und entsprechend ihrer Funktion oder Gemeinsamkeit geordnet. Auch Gedichte, Bauernregeln oder Redewendungen haben in dem Buch einen Platz bekommen. „Es ist also kein Lexikon im klassischen Sinne, vielmehr soll durch diese neue Form der Zusammenstellung zum Lesen animiert werden“, so Sauer in seinem Vorwort. In der Hauptsache basiert das Din A5 Büchlein auf dem Teil des Dialekts, der fast vergessen ist, wobei der Übergang zu dem noch gesprochenen Platt fließend ist. „Weil die Aussprache in den einzelnen Ortsteilen und Nachbargemeinden zum Teil Unterschiede aufweist, wurde im Zweifelsfall die Wittelsberger Ausdrucksweise gewählt“, so das Vorwort. Hans Werner Sauer erklärte, dass das Buch keinen Anspruch auf eine komplette Abdeckung der Themen erhebe. „Es ist klein, aber fein und mit ganz großem Inhalt“, warb er beim Pressetermin. 5000 Euro nahm die Gemeinde in die Hand, damit das Vorhaben realisiert werden konnte und auch das Erzählcafé half bei der Finanzierung mit. Für den Bürgermeister war klar, dass das Buch viele Liebhaber und Abnehmer finden werde und die Investition unter dem Strich nur zur Realisierung des Projekts gebraucht wurde.

Gestaltet wurde es vom Büro Wortbild aus Hachborn. Die Agenturinhaberin Martina Becker erklärte, dass die Gestaltung an das Thema angelehnt bewusst schlicht gewählt wurde und die Bebilderung mit Fotos aus vergangener Zeit von Menschen aus dem Ebsdorfer Grund das Thema des Buches besonders schön unterstreiche. Sie dankte insbesondere dem Heimatverein Hachborn für die zahlreich zur Verfügung gestellten Fotos. „Auch die Sepia Farbgebung macht einen feinen Unterschied zur einer reinen schwarz-weiß Bebilderung. Dass das der Gemeinde eine Mehrinvestition wert war, hat sich gelohnt“, sagte Becker. Wie wertvoll es sei diesen Kulturschatz zu würdigen, betonte Andreas Schulz. „Als ich hier jung Bürgermeister war, habe ich kein Wort verstanden, heute verstehe ich alles, was ich verstehen will, aber das Sprechen ist mir einfach nicht möglich“, so der Verwaltungschef und gab damit zu verstehen, dass Platt nur richtig gesprochen werden kann, wenn man es von Kindesbeinen an gelernt habt. Schon zum Pressetermin wurde das Buch zahlreich verkauft, ein Zeichen, dass es den Anwesenden gefiel. Zu erwerben ist es ab sofort in der Gemeindeverwaltung, in jedem Bürgerbüro und im GrundTreff für 10 Euro.

 

Foto: Ein Teil der Erzählcafé Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zur Vorstellung des Buches „Mer schwätze platt“, das nach der gleichnamigen Veranstaltung im GrundTreff benannt wurde. 



Rund 134 Kilometer an 5 Tagen zu Fuß zurückgelegt

„Wir sagen Danke Boxen" an rund 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer übergeben

„Eine tolle Überraschung,“ – so lautete das einheitliche Fazit der Helferinnen und Helfer, die für die Generation 50plus in der Gemeinde Ebsdorfergrund tätig sind.

Bürgermeister Andreas Schulz hatte die Idee, den vielen Ehrenamtlichen mit einer „Wir sagen Danke—Box“  für ihr Engagement zu danken, denn das sonst so beliebte gemeinsame Frühstück konnte in diesem Jahr wegen Corona leider nicht stattfinden.

Überreicht wurde die mit regionalen Produkten aus dem Sortiment der Marktscheune gefüllte Box von Mario Euker, Extremsportler aus Wittelsberg, der zu diesem Zweck innerhalb von fünf Tagen eine Strecke von rund 134 km quer durch die Gemeinde und sogar bis nach Hermershausen zurücklegte.

Für jeden gelaufenen Kilometer erhält er von der Gemeinde und der Marktscheune Wittelsberg insgesamt 50 Cent, die er für einen guten Zweck, insbesondere für Kinderhilfswerke, einsetzen wird.

„Unser Bürgermeister hat immer so tolle Ideen“ oder „Das ist eine gelungene Aktion“- lauteten die Reaktionen der Beschenkten.

Die meisten von ihnen konnte Mario Euker persönlich antreffen. Bei manchen waren es auch die Ehepartner, Tochter oder Schwiegertochter.

Zwischen 5 und 6 Stunden pro Tag war er unterwegs und wurde von einigen der Helfer schon freudig erwartet, weil sie von der Aktion schon im Newsletter erfahren hatten.

„Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, die Helferinnen und Helfer kennenzulernen und ihnen das Geschenk abzuliefern,“ so Mario Euker.

„Ich hatte dadurch die Möglichkeit die Gemeinde und die Menschen kennenzulernen und freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen im Supermarkt oder auf der Straße.

Zudem konnte der Sportler eine ordentliche Trainingswoche absolvieren, um fit für seinen geplanten Spendenlauf durch ganz Deutschland im Mai 2021 zu werden. Näheres dazu unter www.mariosherzlauf.de.

„Ich freue mich, dass die Aktion bei den Ehrenamtlichen so gut angekommen ist,“ sagt Bürgermeister Andreas Schulz und dankt Mario Euker und der Marktscheune für die Unterstützung bei diesem besonderen Dankeschön für die rund 50 Ehrenamtlichen in der Gemeinde.


Wir sagen Danke Box

Ein besonderes Geschenk in vielerlei Hinsicht

Rund 50 ehrenamtliche Helfer und Helferinnen engagieren sich in der Gemeinde für die erfahrene Generation.  Sei es im GrundTreff, im Redaktionsteam der GrundWelt oder auch in den einzelnen Treffpunkten – ohne sie wären die Angebote nicht so vielfältig und abwechslungsreich.

Um dieses Engagement zu würdigen und um „Danke“ zu sagen, hatte die Gemeinde in den Vorjahren zu einem gemeinsamen Frühstück in gemütlicher Atmosphäre eingeladen. Aber in diesem Jahr ist alles anders… 

Um auch in 2020 Wertschätzung und Anerkennung für die Arbeit der Ehrenamtlichen auszudrücken, hat sich Bürgermeister Andreas Schulz etwas ganz besonders Innovatives ausgedacht.

„Wir sagen Danke -Box“

„In Kooperation mit der Marktscheune Wittelsberg erhalten die engagierten Helferinnen und Helfer eine „Wir sagen Danke Box“ im Wert von 51 Euro, gefüllt mit nachhaltigen Produkten aus dem Sortiment der Marktscheune,“ erklärt Bürgermeister Andreas Schulz.

„Zuvor hatten wir schon eine ‚Wir bleiben Zuhause Box‘, die man online bestellen konnte, auf den Markt gebracht,“ sagt Katharina Marin von der Marktscheune in Wittelsberg, „und der Bürgermeister hatte die Idee, diese Box in eine „Wir sagen Danke Box“ für seine  ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer umzuwandeln.“ 

Doch damit nicht genug. Denn die Box wird jeder bzw. jedem einzelnen der Ehrenamtlichen persönlich übergeben – und zwar von Mario Euker aus Wittelsberg. Der Extremsportler wird innerhalb einer Woche die Helferinnen und Helfer, die in der ganzen Gemeinde verteilt sind, zu Fuß besuchen.

Aber was genau hat es eigentlich damit auf sich?   

Begegnung mit Mario Euker – „Runnig a heart thru Germay“

Wie der Zufall es wollte, traf Bürgermeister Andreas Schulz bei einem Termin in Ebsdorf auf Mario Euker, der den Bürgermeister kurzerhand ansprach, um ihm von seinem Projekt zu erzählen. 

Der sportbegeisterte Wittelsberger hat einen persönlichen Spendenlauf mit dem Namen „Runnig a heart thru Germany“ ins Leben gerufen. „Im Mai wollte ich eigentlich durch ganz Deutschland laufen,“ erklärt er. Aber aufgrund der derzeitigen Situation habe er das Ganze auf Mai 2021 verschieben müssen. Die von ihm geplante Strecke verläuft wie ein Herz und für jeden gelaufenen Kilometer möchte er 1 Euro für einen guten Zweck spenden wie z.B. die Kinderhospizstiftung  oder die Kinderkrebsstiftung und hofft, dass auch andere ihn unterstützen.  „Insgesamt werden es 2000 bis 2300 km sein,“ schätzt Mario Euker und geht davon aus, dass er zwischen 70 und 80 km pro Tag zurücklegen wird. Die Idee des Spendenlaufs fand bereits Unterstützer und so wurde Mario Eukers eigene Spende von Bekannten sogar vervierfacht. Auch Bürgermeister Andreas Schulz fand die Idee klasse und „engagierte“ den Extremsportler zur Überbringung der „Wir sagen Danke Box“. Jeweils zur Hälfte werden die dafür gelaufenen Kilometer von der Gemeinde und der Marktscheune mit 50 Cent unterstützt.

 Elfriede Staubitz bekommt als Erste die Box überreicht

Elfriede Staubitz ist eine der 50 Helferinnen der Gemeinde. Sie bekam am Freitag, dem 5. Juni als erste der ehrenamtlichen Helferinnen die „Wir sagen Danke Box“ überreicht. „Ich freue mich sehr,“ sagte die 83-jährige Wittelsbergerin, die sehr aktiv ist, wenn es um die Arbeit im GrundTreff geht.  Nach dem Motto „Ich habe Hände, die müssen arbeiten,“ organisiert sie eigenständig den Spielenachmittag im GrundTreff und packt auch sonst immer mit an, wenn sie gebraucht wird.

„Auf Elfriede kann ich mich immer verlassen,“ so die GrundTreff Geschäftsführerin Elke Siebler.      Und auch jetzt, wo der GrundTreff geschlossen ist, lässt Elfriede Staubitz es sich nicht nehmen, zu helfen, indem sie sich um die dortigen Pflanzen kümmert. „Es ist schon traurig, wenn man im GrundTreff ist und alles ist leer,“ bemerkte sie. Vor Corona waren es 600 Gäste im Monat, die das bunte Treiben in der Wittelsberger Begegnungsstätte genossen. Jetzt ist niemand da.

Das wird sich aber hoffentlich bald ändern, denn nach den Sommerferien wird der GrundTreff wieder seine Türen für die erfahrene Generation öffnen, - aber unter besonderen Hygienebedingungen.   „Ich finde, die jetzige Situation zeigt uns, wie gut wie er es hatten und wie schnell sich alles ändern kann,“ meinte Elfriede Staubitz und lobte vor allem den Bürgermeister, durch dessen Arbeit und Engagement der Ebsdorfergrund so hervorragend aufgestellt sei. „Wir sollten alles dafür tun, das Gute, das wir haben, zu erhalten, vor allem auch für die nachfolgenden Generationen,“ so die 83-Jährige abschließend. Besondere Aktionen wie diese, die auf Nachhaltigkeit und gegenseitige Unterstützung zu setzen, tragen sicherlich dazu bei.