Dafür schlägt Ihr Herz!

Gedichte von Elfriede Staubitz/Hagemann

 Abschied 

Nun ist der Amsel Lied verklungen

der Frühling ging – mit ihm der Mai

Die Welt ertrank im Blütenzauber

so manches Schöne ging vorbei.

Sie sang ihr Lied aus voller Kehle

Des Morgens wenns noch drauß halb Nacht

und oft erklangs wie Abendsegen

wenn sie ihrem Schöpfer hielt Andacht.


Die erste Schwalbe längst ist heimisch

Ihr Nest ist voll mit Schwälbchen - klein

Hörst ihr Gezwitscher und Gepiepse

bis Abends – in die Nacht hinein.

 

Die Wiesengräser sind geschnitten

zu herrlich duftend, frischem Heu

Die Ährenfelder mächtig wogen

Ist dies nicht Wunder stets auf neu?

 

Der Duft von all den tausend Blüten

berauscht das Herz – oh Frühlingszeit

Mach still in Hoffnung alles Sehnen

liegt manches heut auch noch so weit.

 

Tun dankbar wir dies all erkennen

was uns die Schöpfung anvertraut?

Mit manchem Frevel man getrieben

was sich nicht wehr konnt seiner Haut.

 

Mein Auge durft die Blumen sehen

Mein Ohr – durft lauschen Vogelsang

Voll Dank möchte mit der Amsel loben

Mein Schöpfer – manches Jahr noch lang

 

Du Menschenkind – mit all deim Schaffen

vergiß es nie mit all deim Tun

dass es oft sind die kleinen Dinge

die großes in deinem Herzen tun 

                           Elfriede Staubitz-Hagemann, Steuerungsgruppe GrundTreff 


Sommerzeit
Siehst Du die Felder wogen?
Es ist des Sommers Zeit
bald wird die Sichel Rauschen
hindurch der Ähren Kleid.


In sonndurchwobnen Auen
die Felder dicht beinand
erkennst Du Mensch den Reichtum
der Dir hier reicht die Hand?


Nicht alle hier auf Erden
sind satt durch Körner Brot
die Augen groß und hungrig
der Körper halb schon tot.


Das Elend schreit zum Himmel
was diese Menschen quält
was für uns klein und nichtig
dem anderen lebenswert.


Die Erde könnt uns alle
ernähren gut – nicht schlecht
wenn skrupellose Menschen
man zög aus dem „Gefecht“.


Für Krieg und grausame Waffen
setzt man Unsummen ein
die Not und Elend bringen
zerstören Groß und Klein.


Was bist Du nur für ein Wesen?
Du Mensch – der all dies tut
zerstörst das Brot des Anderen
nimmst ab ihm Hab und Gut.


Die Erde zur Zeit der Schöpfung
von Gott einst eingesetzt
wie sehr hast Du das Erbe
was man Dir gab verletzt.


Wird wach mit Aug und Ohren
hör auf der Erde schrein
noch kann man manches retten
was lang schon kurz und klein.


Ich denk an all die Meere
die Fische und den Wal
manch Kreatur geschunden
mit Leiden großer Qual.


Laßt wogen all die Ähren
die uns die Erde Schenkt
sagt Dank für jedes Körnchen                                                                                                            dem – der die Schöpfung lenkt                                                                                                        so kurz ist unser Leben                                                                                                                        laßt uns den Sonnenschein                                                                                                              nehmt Menschen die in Nöten                                                                                                          in Eure Mitte rein

                           Elfriede Staubitz/Hagemann, Steuerungsgruppe GrundTreff



Sommerausklang

Wie zarte Schleier -

deckt der Nebel kahle Felder

und bunte Blätter fallen müde vom Baum

in hohen Wipfeln -

tief im Walde - heiliges Schweigen

ein Sommer ging -

-         Als wär´s ein kurzer schöner Traum

                                                                                                 Elfriede Staubitz-Hagemann, Steuerungsgruppe GrundTreff 



Corona

Die Welt steht still für Groß und Klein

Ein unsichtbares Etwas stellte sich ein

Die Menschheit hält den Atem an

Was da wohl all noch kommen kann

 

Corona heißt das Zauberwort

Zieht durch die Welt von Ort zu Ort

Legt fast den ganzen Globus lahm

Und denkt – ich kriege euch schon zahm

 

Der Erde Schrein will man nicht hören

Und langsam alles tut zerstören

Selbst ein bunter Schmetterling

Ist heute bald schon ein Gewinn

 

Das Virus macht uns alle wach

Und hält gar manchen hier im Schach

Der trotz all seinem Geld und Gut

Am Ende – wie der Bettler ruht

 

Wir suchen im All Planeten auf

Und nehmen dabei so vieles in Kauf

Kümmert euch doch mehr

um unsere Erde hier unten

sonst ist der Kosmos auch bald zerschunden

 

Möge „Einer“ hier uns gnädig sein

Und helfen mit aus dieser Pein

Das wir es bald nun doch verstehen

So kann es lange nicht mehr weiter gehen

                                                  Elfriede Staubitz-Hagemann, Steuerungsgruppe GrundTreff 



Schwalbenglück 

Lang hab´ ich auf dich gewartet

doch dann plötzlich warst du da

kleines Schwälbchen-kannst nicht ahnen

welch eine Freude -als ich dich sah

 

Kamst zurück aus fernen Landen

Schwebst hoch am blauen Himmelszelt

Auch du- musst immer mehr erfahren

Wie sich verändert deine Welt

 

Sah dich sitzen auf einem Ästchen

schaukelnd in den Sonnenschein

früh morgens tut dein Lied mich wecken

fröhlich in den Tag hinein

 

Gabst „Start“ zum Leben deiner Kinder

im warmen Nest – das du gebaut

flogst unermüdlich früh bis abends

wie sehr warst du mir doch vertraut

 

Bald wirst du wieder südwärts ziehen

und am Himmel wird es still

ich sag dir Dank für all die Freude

gern ich auf dich warten will

 

Nun wünsche ich dir Glück für deine Reise

und auch für deine Kinderschar

vielleicht sehen wir uns nochmal wieder

im schönen Frühling – nächstes Jahr

 

                                  Elfriede Staubitz-Hagemann, Steuerungsgruppe GrundTreff